Pressestimmen

LUZERNER ZEITUNG, 20. Februar 2017, von Fritz Schaub:

Thüring Bräms faszinierende Klanglandschaften
«Musik drückt sich in der Zeit aus, ich möchte sie Raum werden lassen.» So lautet ein Leitsatz Thüring Bräms (72) [...]. Vollkommen zum Raum wurde die Musik, als sich der Chor im letzten Lied «Si fa notte» («Die Nacht kommt») teilte und eine Hälfte sich auf der Orgelempore aufstellte. Ganz zu eigen machten sich diese Musik auch die hervorragenden Basler Madrigalisten, die sowohl in intonatorischer wie klanglicher und rhythmischer Hinsicht überzeugten.[...]

«Ich bin stolz, Schweizer zu sein, weil auf dem kleinen Raum eine solche kulturelle und sprachliche Vielfalt möglich ist», meinte der frühere Direktor des Konservatoriums und Gründungsrektor der Musikhochschule Luzern. Dass es ihm die kulturelle Minderheit angetan hat, zeigte auch die Uraufführung des im Auftrag der Basler Madrigalisten entstandenen Gesangszyklus «Our da sumbrivas lungas» («... die ihre langen Schatten auf uns wirft») für sechs Solostimmen mit fünf romanischen Gedichten von Rut Plouda. Wieder griff Bräm auf romanische Texte und auf die Region zurück, die ihm seit den Kindertagen ans Herz gewachsen ist: Graubünden. Thüring Bräm bleibt sich in diesem Gesangszyklus treu und schuf auch hier Klangbilder, die der Textvorlage in hohem Masse gerecht werden.


ST. GALLER TAGBLATT, 19. August 2016, von Martin Preisser:

Notker hätte einfach nur gestaunt
Das Eröffnungskonzert der Appenzeller Bachtage spannte den Bogen von Musik des St. Galler Mönchs Notker Balbulus bis zur Moderne. In der Kathedrale wurde das Thema Choral vor und nach Bach meisterhaft präsentiert.

Kompromisslose Qualität
Die Basler Madrigalisten unter ihrem Dirigenten Raphael Immoos eroberten sich hervorragend disponiert und spürbar ergriffen den Dom. Ihnen gelang es, die so unterschiedlichen Stile und Anforderungen von mehr als einem Jahrtausend Musikgeschichte, teils hochkomplexe und enigmatische Musik, konzentriert und mitreissend zu präsentieren.


NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, 19. August 2016, von Jörg Huber:

Appenzeller Bachtage – Bach im Land der Bäche
Sinn und Sinnlichkeit kommen bei den Basler Madrigalisten aufs Schönste
zusammen.

Horizonterweiterungen
Zum Ereignis aber wird…«Come, Holy Ghost» des 2012 verstorbenen Briten Jonathan Harvey. Welchen Zauber entfalten diese acht komponierten Minuten aus dem Jahr 1984 mit ihren raffinierten Klangschattierungen und Echoeffekten – und wie beeindruckend lassen die Madrigalisten ihre Kehlen leuchten: «This may be our endless song», heisst es in einer Liedzeile sinnig.


BADISCHE ZEITUNG, 16. August 2016, von Roswitha Frey:

Eine geistvolle Zeitreise
Wunderbar transparent in der Durchzeichnung der Stimmen, lupenrein in der Intonation und sehr plastisch durchhörbar in der Wortausdeutung brachten die Madrigalisten den Zuhörern diese kunstvolle frühe Vokalpolyphonie nahe.

Eindringlich und farbenreich im Vokalklang, in Melos und Wortdeklamation und ebenso farbig-expressiv im Orgelspiel klang diese Pfingst-Komposition des Klangfarbenmalers Eben.

Ihre herausragende Vokalkunst entfalteten die Madrigalisten auch in der Motette "Der Geist hilft unser Schwachheit auf" für zwei Chöre von Johann Sebastian Bach. Bewegt und dynamisch, dabei stets kristallklar ausgehorcht, sangen sie diese Bach-Motette. Beeindruckend und erhebend im Klang war auch die Interpretation von Bachs "Komm Schöpfer, Heiliger Geist" aus den Leipziger Chorälen.

Doch nicht nur in den Bachschen Choral-Werken imponierte der so erfüllte wie klar durchleuchtete Gesang der Madrigalisten und das zupackend virtuose, gestalterisch meisterhafte Orgelspiel von Johannes Lang.

Ein Höhepunkt des Konzerts waren drei Chöre von Reger, "Trost", "Zur Nacht" und "Abendlied"...Die Madrigalisten und Johannes Lang führten diese Chorschöpfungen erstmals in einer Fassung für Chor und Orgel auf. Regers komplexe Klangsprache und Harmonik kamen in dieser Fassung aufs Eindrücklichste zur Wirkung: Abgedunkelt in den Klangfarben, dynamisch höchst differenziert gesungen und gespielt, geheimnisvoll durchdrungen und schwebend in den Klangwirkungen, auch spätromantisch verklärt und lyrisch im "Abendlied" - ein Reger-Gesang von großer Empfindungstiefe.

...Regers Nachtlied "Die Nacht ist kommen", hauchzart, leise und subtil gesungen in feinsten dynamischen Schattierungen, voller entrückter Poesie.