__Zur Saison

Wertes Konzertpublikum, liebe Freundinnen und Freunde,

eine märchenhafte Saison steht bevor! Nach Heinz Holligers erfolgreicher Opernaufführung «Lunea» – 2018 vom Fachmagazin Opernwelt als «Uraufführung des Jahres» ausgezeichnet – stehen die Basler Madrigalisten ein weiteres Mal auf der Bühne des Opernhauses Zürich. Wiederum handelt es sich um einen grossartigen Komponisten unserer Zeit, der das 20. und 21. Jahrhundert prägt wie kein Zweiter. Helmut Lachenmanns Ballettvertonung des adaptierten und mit Texten der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin angereicherten Andersen-Märchens «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» wird erstmals in der Schweiz aufgeführt. Wir freuen uns riesig, mit dabei zu sein!

Eine musikalische Wiederentdeckung wird für Schlagzeilen sorgen: Uns wurde eine bislang unbekannte Messe des Schweizer Komponisten Benno Ammann zugespielt. Die Missa «Defensor Pacis» ist eine Sensation, zumal nach Frank Martins Messefund 1962 nichts Vergleichbares in diesem Bereich in der Schweiz zum Vorschein gekommen ist. Wir werden diese Entdeckung neben einer Reihe von Aufführungen mit einer CD würdigen – und dies gemeinsam mit einer Uraufführung und Ersteinspielung des nicht minder bekannten Schweizer Komponisten Joachim Raff.

Mit einem Spezialkonzert im Basler Münster tragen wir der heutigen, gespannten politischen Grosswetterlage Rechnung. Im Konzert «Warum toben die Völker?» denken wir darüber nach, warum Aggression und Krieg offenbar auch in unserer Zeit nicht zu bewältigen sind.

Sie können auch in dieser Saison spannende Wiederaufnahmen geniessen. Besondere Erwähnung verdient die Fortsetzung einer Kooperation mit dem Neuen Orchester Basel. Und besuchen Sie uns in der wunderschönen, wohlklingenden Basilika Mariastein an Ostern, Weihnachten oder in der beliebten Konzertreihe. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Raphael Immoos, künstlerischer Leiter

__Schläft ein Lied in allen Dingen

Was ist noch schöner, als der Stimme des Dichters zu lauschen? Seine in grossartige Musik gefassten Worte zu singen! Der romantische Lyriker Eichendorff ist der meistvertonte deutschsprachige Dichter bis in die Gegenwart. Ohrwürmer wie «O Täler weit, o Höhen oder «In einem kühlen Grunde» sind kollektives Kulturgut und hinter vielen dieser Volkslieder verbergen sich die wunderschönen, lyrischen Texte des Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff. Seine Gedichte inspirierten namhafte Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy und seine Schwester Fanny, Robert Schumann, Richard Strauss oder Hugo Wolf. Eichendorffs Texte berühren und faszinieren, da sie in symbolischer Weise unsere Welt deuten. Erleben Sie die eindrucksvolle Verschmelzung von Lyrik und Musik.

Mitwirkende

BASLER MADRIGALISTEN
Raphael Immoos Leitung

Werke von

Fanny (1805–1847) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847),
Robert Schumann (1810–1856), Richard Strauss (1864–1949),
Moritz Hauptmann (1792–1868), Carl Reinecke (1824–1910),
Heinrich von Herzogenberg
(1843–1900), Richard Strauss (1864–1949), Hugo Wolf (1860–1903), Hans-Martin Linde (*1930)

...

Die klangvollsten Vertonungen des Dichters Joseph von Eichendorff von der Romantik bis in die Gegenwart. Eine Wiederaufnahme.

TERMINE

17. Aug 2019 | 20.00 Uhr
Stadtsaal Zofingen

24. Aug 2019 | 17.30 Uhr
Reformierte Kirche, Wengen

09. Mai 2020 | 20.00 Uhr
Schlosskirche Spiez – ABGESAGT

10. Mai 2020 | 19.00 Uhr
St. Michael, Grenzach-Wyhlen/Deutschland – ABGESAGT

__Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

 

Eines der aufregendsten Werke des zeitgenössischen Musiktheaters, «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» von Helmut Lachenmann, wird erstmals in Zürich aufgeführt. Das Werk wird vom Choreografen Christian Spuck mit den TänzerInnen des Balletts Zürich, SängerInnen und Orchester neu inszeniert.
«Musik mit Bildern» nennt Lachenmann sein ungewöhnliches Werk, das nebst Hans Christian Andersens Weihnachtsmärchen mit einem erschütternden Text der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin einen Einblick in die Radikalisierung durch Einsamkeit bis zur Selbstzerstörung gibt. Die Einstudierung dieser avancierten und höchst anspruchsvollen Komposition mit den Basler Madrigalisten nimmt Raphael Immoos, wie bereits in der letzten Saison bei Holligers «Lunea», wieder mit Akribie und Detailarbeit vor. Erleben Sie, «mit den Ohren zu schauen und mit den Augen zu hören».

Mitwirkende

Helmut Lachenmann Sprecher
Alina Adamski Sopran
Yuko Kakuta Sopran
Basler Madrigalisten
Yukiko Sugawara Erstes Klavier
Tomoko Hemmi Zweites Klavier
Mayumi Miyata Sho
Ballett Zürich
Junior Ballett
Yukiko Sugawara

Christian Spuck Choreografie und Inszenierung
Helmut Lachenmann Musik
Matthias Hermann Musikalische Leitung
Raphael Immoos Choreinstudierung
Claus Spahn, Michael Küster Dramaturgie

Helmut Lachenmann (*1935) «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern»
Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn

Einführungsmatinee So, 22. September 2019, 11.15 | Bernhard Theater, Opernhaus Zürich

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Musik mit Bildern von Helmut Lachenmann – schweizerische Erstaufführung. Eine Kooperation mit dem Opernhaus Zürich.

TERMINE

12. Okt 2019 | 19.00 Uhr
Opernhaus Zürich

18. Okt 2019 | 19.00 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

20. Okt 2019 | 20.00 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

25. Okt 2019 | 20.00 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

27. Okt 2019 | 14.00 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

31. Okt 2019 | 19.30 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

01. Nov 2019 | 19.30 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

10. Nov 2019 | 14.00 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

14. Nov 2019 | 19.00 Uhr
Opernhaus Zürich, Hauptbühne

__Gloria

Mit dem «Gloria» erklingt Heiligabend Antonio Vivaldis wohl berühmtestes geistliches Werk. Die strahlende Natur des «Gloria» mit seinen unver- wechselbaren Melodien und Rhythmen ist charakteristisch für Vivaldis Musik, in dessen zwölf Teilen er das ganze Spektrum seiner Meisterschaft zwischen feierlich erhabenen Ecksätzen und zarten, durchsichtig instrumentier- ten Solopassagen präsentiert. Vivaldi schrieb das «Gloria» in der Art einer konzertanten Messe – musikalisch gross angelegt und repräsentativ.
Ergänzt wird das festliche Programm um stimmungsvolle Hirten-, Advents- und Weihnachtslieder zum Mitsingen. Für die Mitternachtsmesse steht den Basler Madrigalisten das «hauseigene» Instrumentalensemble Colla Voce Consort zur Seite.

Mitwirkende

BASLER MADRIGALISTEN
COLLA VOCE CONSORT
Raphael Immoos Leitung

 

Antonio Vivaldi (1678–1741)
«Gloria» in D-Dur, RV 589 ergänzt um Hirten-, Advents- und Weihnachtsmusik

Festliche Mitternachtsmesse mit Antonio Vivaldis «Gloria» und weihnachtlicher Musik – instrumental begleitet vom Colla Voce Consort.

TERMINE

24. Dez 2019 | 23.30 Uhr
Klosterkirche Mariastein

__Mächtig ergriffen

Musik bewegt und berührt Interpreten und Publikum – verbindet Zeiten und Kulturen. Unter diesem Zeichen steht die Aufführung von Anton Bruckners Messe Nr. 2 e-moll, die die Basler Madrigalisten mit dem Neuen Orchester Basel erneut zusammenbringt. Diese Messe ist ein Unikum. Die Komposition wurde so konzipiert, dass sie ohne Streichinstrumente unter freiem Himmel statt nden konnte. Der auf bis zu acht Stimmen aufgefächerte Chor wird von 15 Holz- und Blechbläsern begleitet.

Der libanesische Komponist und Oud-Spieler Mahmoud Turkmani und der Perkussionist Joss Turnbull bereichern das Programm über musikalische Grenzen hinweg mit spiritueller Sufi-Musik aus dem arabischen Kulturraum.

Mitwirkende

BASLER MADRIGALISTEN
Raphael Immoos Einstudierung

NEUES ORCHESTER BASEL
Christian Knüsel Musikalische Leitung

Mahmoud Turkmani Oud
Joss Turnbull Perkussion

Anton Bruckner (1824–1896)
«Messe Nr. 2 e-moll»
und Werke von Henry Purcell (1659–1695), Joseph Haydn (1732–1809) und
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) im Dialog mit traditioneller Sufi-Musik

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Anton Bruckners Messe Nr. 2 e-moll sowie Werke von Purcell, Haydn, Mozart im Dialog mit traditioneller Sufi-Musik. Wiederaufnahme und Kooperation mit dem Neuen Orchester Basel.

TERMINE

18. Jan 2020 | 19.30 Uhr
Stadtkirche Liestal

19. Jan 2020 | 17.00 Uhr
Martinskirche Basel

__Missa «Defensor Pacis»

Eine musikalische Sensation ist die Wiederentdeckung der Missa «Defensor Pacis» des Schweizer Komponisten Benno Ammann (1904–1986), die anlässlich der Heiligsprechung von Niklaus von Flüe (Bruder Klaus, 1417−1487) verfasst wurde und als Höhepunkt von Ammanns kirchenmusikalischem Schaffen gilt. Auf Wunsch von Papst Pius XII. wurde das Werk am 15. Mai 1947 im Petersdom zu Rom von den Sängern der Sixtinischen Kapelle unter grossem medialem Echo uraufgeführt. Zehn Monate später wurde es noch einmal aufgeführt, ist seither jedoch nicht mehr erklungen. Die Basler Madrigalisten bieten mit dieser Messe eine bedeutende Wiederentdeckung dar.

Abgerundet wird das Programm durch das «Pater noster» und die Urauffüh- rung eines Kyrie/Gloria-Paars des ebenfalls im Kanton Schwyz geborenen Komponisten Joachim Raff (1822–1882). Wie Ammanns Messe sind auch diese Stücke dem Palestrina-Stil der römischen Liturgie verpflichtet und bezeichnend für den Stilwandel in der Kirchenmusik im 19. und 20. Jahrhundert.

Mitwirkende

BASLER MADRIGALISTEN
Raphael Immoos Leitung

Benno Ammann (1904–1986)
Missa «Defensor Pacis» ad 6–12 voces inaequales in honorem Sancti Nicolai Helvetii Eremitae (1947) – Schweizerische Erstaufführung

Joachim Raff (1822–1882)
«Kyrie und Gloria» WoO.31 für sechsstimmigen gemischten Chor,
Manuskript und Fragment (1869) – Uraufführung
«Pater noster» WoO.32 für achtstimmigen Chor (1867)
«Ave Maria» WoO.33 für achtstimmigen Chor (1869)

Die wiederentdeckte Messe von Benno Ammann und geistliche Werke von Joachim Raff.

TERMINE

08. Feb 2020 | 20.15 Uhr
St. Oswald | Zug

09. Feb 2020 | 18.45 Uhr
St. Peter und Paul, Zürich

15. Feb 2020 | 19.30 Uhr
Pfarrkirche Lachen

16. Feb 2020 | 16.30 Uhr
Klosterkirche Mariastein

__Die Faszination der 12 Sibyllen

 

Eine Aura des Mysteriösen umgibt die rätselhaften Prophezeiungen der antiken Seherinnen, die Orlando di Lasso ebenso transzendent und in einer für seine Zeit ausserordentlich kühnen, chromatischen Tonsprache vertonte. Bereits die Literatur der Kirchenväter verstand die Sibyllen als vorchristliche Künderinnen Gottes. Im Mittelalter wurden ihre Prophezeiungen als Vorausschau auf die Geburt Christi uminterpretiert und den alttestamentlichen Propheten an die Seite gestellt. Lassos berühmte «Prophetiae Sibyllarum» werden von Franz Rechsteiner in einer Komposition für die Basler Madrigalisten und das ARTE Quartett mit vier Saxophonen klangvoll reflektiert, deren aerophone Tonqualität die verschiedenen Stilebenen der Kompositionen übergangslos miteinander verwebt.

Mitwirkende

BASLER MADRIGALISTEN
ARTE QUARTETT
Beat Hofstetter Sopransaxophon, Sascha Armbruster Altsaxophon,
Andrea Formenti Tenorsaxophon, Beat Kappeler Baritonsaxophon
Raphael Immoos Leitung

Orlando die Lasso (um 1532–1594)
Prophetiae Sibyllarum
für vierstimmigen Chor (komponiert ca. 1560–1563)

im Wechsel mit

Franz Rechsteiner
(*1941)
Sibyllen
Kontrapunkte zu Orlando di Lassos Prophetiae Sibyllarum in Wort und Musik für vierstimmigen Chor und Saxophonquartet (2016), Texte: Justin Rechsteiner (*1936)

...

Musik von Orlando di Lasso und Franz Rechsteiner – eine Wiederaufnahme mit dem ARTE Quartett.

TERMINE

29. Mär 2020 | 17.00 Uhr
Katholische Kirche St. Elisabeth, Kilchberg – ABGESAGT

__Mozart Pur

Die G-Dur-Messe KV 140 hat durch ihre tänzerische, volksliedartige Vertonung die Musikwissenschaftler des 19. Jahrhundert dermassen verblüfft, dass sie sich schwertaten, dieses Werk Wolfgang Amadeus Mozart zuzuweisen. Inzwischen ist es bewiesen: Einmal mehr überrascht uns Mozart durch seine Vielseitigkeit und die Originalität in der musikalischen Umsetzung des Messetextes.

Mitwirkende

BASLER MADRIGALISTEN
COLLA VOCE CONSORT
Raphael Immoos Leitung

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
«Missa brevis» in G, KV 140

Musikalischer Festgottesdienst zu Ostern.

TERMINE

12. Apr 2020 | 09.30 Uhr
Klosterkirche Mariastein – ABGESAGT

__Warum toben die Völker?

Mendelssohn Bartholdys drei Psalmvertonungen Opus 78 gehören zu den grossartigsten A-cappella-Kompositionen, die je geschrieben wurden. Wie für das 19. Jahrhundert bezeichnend, finden sich auch hier kriegerische Anklänge. Seine Musik steckt insbesondere dort voller Dramatik, wo es in den Psalmtexten um Macht, Zorn und Rache geht.

Im Wissen darum vertonte Jaakko Mäntyjärvi, einer der erfolgreichsten Chorkomponisten Finnlands, die drei Psalmtexte von Mendelssohn Bartholdys Zyklus neu. In den «Stuttgarter Psalmen» reflektiert er die Tradition in einer faszinierenden, mystischen Tonsprache. Mäntyjärvi interpretiert die Psalmtexte neu und setzt andere Akzente. Das Programm bleibt jedoch nicht bei der romantischen bzw. zeitgenössischen musikalischen Ausdeutung. Gregorianische und barocke Pfingstgesänge bilden einen Rahmen dazu. Sie stehen im Dialog zu den Psalmtexten und antworten auf ihre Weise.

Es ist schon fast Tradition, dass die Basler Madrigalisten die dem Konzert vorangehende Vesper «Wort und Musik» musikalisch begleiten und dabei das Programm thematisch antizipieren.

Mitwirkende

BASLER MADRIGALISTEN
Raphael Immoos Leitung

Notker Balbulus (um 840–912)
«Sancti spiritus assit nobis gratia» (gregorianische Sequenz)

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) / Jaakko Mäntyjärvi (*1963)
«Warum toben die Heiden» op. 78.1 (Ps 2), 1843 / 2009

Giovanni Pierluigi da Palestrina (um 1525–1594)
«Spirito santo, amore»

Felix Mendelssohn Bartholdy / Jaakko Mäntyjärvi
«Mein Gott, warum hast du mich verlassen» op. 78.2 (Ps 22), 1844 / 2009

Melchior Vulpius (1570–1615)
«Spiritus sancti gratia»

Felix Mendelssohn Bartholdy / Jaakko Mäntyjärvi
«Richte mich, Gott» op. 78.3 (Ps 43), 1844 / 2009

Rabanus Maurus (um 780–856)
Pfingsthymnus «Veni creator spiritus»

Felix Mendelssohn Bartholdys und Jaakko Mäntyjärvis Psalmvertonungen umrahmt von gregorianischen und barocken Pfingstgesängen. Eine Wiederaufnahme.

TERMINE

29. Mai 2020 | 16.30 Uhr
Offene Kirche Elisabethen

30. Mai 2020 | 17.15 Uhr
Basler Münster